Die Weihnachtsfrau

Es ist schon gut, daß wir ihn haben,

den Weihnachtsmann, schon wegn der Gaben!

Nur: alles andre Drum und Dran,

das regelt nicht der Weihnachtsmann!

Das regelt – sorgsam und genau –

fast unbemerkt - die Weihnachtsfrau!

 

Zwar bleibt nach außen – für die Welt-

der Weihnachtsmann der große Held,

doch hinter ihm, da werkt zumeist

die Weihnachtsfrau als guter Geist!

 

Sie kocht für ihn sein Leibgericht,

schreibt in das Buch, wer brav, wer nicht,

bestellt danach wohl, wie ich denke,

sicher die passenden Geschenke.

Und wenn die da sind, ach wie fein,

dann packt sie alle ganz hübsch ein,

mit Buntpapier, mit Plastikflitter,

denn wenn das fehlt, dann wär es bitter!

 

Sie muß allein an alles denken,

füllt alle Säcke mit Geschenken,

beklebt dieselben mit den Namen,

teilt diese auf nach Herrn und Damen,

nach Kindern, leider nicht nur netten,

die manchmal lieber gar nichts hätten!

Doch weil die Eltern das so wolln,

bestellt sie trotzdem aus dem Volln!

 

Sie spannt den Rentierschlitten an,

zieht ihren Weihnachtsmann warm an,

und weil sie alles spürt und sieht,

merkt sie, wenn´s um sein Popscherl zieht,

rückt ihm sogar den Pelz zurecht,

damit er ja nicht frieren möcht´!

 

Dann setzt sie´n in den Schlitten rein

und schaltet ihm das Navi ein!

Sie gibt ihm die Adressenliste,

erklärt ihm noch einmal die Piste

und hofft, daß diesmal nichts mißlingt,

daß er nichts durcheinanderbringt!

(Er ist ja manchmal schon zerstreut,

nur hoffentlich ist das nicht heut!)

 

Dann hebt er ab, der Weihnachtsmann.

Sie weiß, die Arbeit ist getan

und alles liegt in seinen Händen,

um das Geheimnis zu vollenden!

 

Und wir, beeindruckt und betroffen,

wir können eigentlich nur hoffen,

daß sie noch lange funktioniert

und daß ihr nie etwas passiert,

denn dann – oh Gott, nicht auszu-denken –

wär´s ja vorbei mit den Geschenken!