„Heiterer Advent"

Das Ende einer Weihnachtsfeier

(E. Dworak, nach einer Idee von W. Busch)

Herr Gschiel kehrt nach der Weihnachtsfeier
heim und meint: ,,Na, die war teuer!“
7 Runden, 3 mit Slivovitz -
und alle 10 auf einen Sitz....!

Der Eiswind weht, es ist sehr kühl,
es zittert deshalb auch der Gschiel.
Und weil‘s ihn friert bei den Gedärmen,
will er sich schleunigst drinnen wärmen!

Drum schnell den Schlüssel in das Schloß,
da wird sein trübes Auge groß:

der kalten Hand entfällt der Schlüssel
und schneien tut es auch ein bißel.

Es tastet drum im frischen Schnee
der arme Gschiel: Oh jeh, oh jeh!
Die Kraft verläßt ihn und der Mut,
darauf verliert er seinen Hut.

Und weil just dort grad steht ein Faß,
fällt der hinein und wird ganz naß.
Er setzt ihn auf, ihm war ja kalt,
doch Achtung Gschiel, der friert dir bald!

Verzweifelt bückt der Gschiel sich drauf,
steht halbwegs schwankend mühsam auf,
verliert das Gleichgewicht, oh jeh,
und rutscht dann aus im frischen Schnee,

schwankt hintenüber, kippt ins Faß,
und spürt mit Grauen: jetzt wird‘s naß!
Die Wasserwärme hatte hier
ja grad’ kaum 0° Reaumur,

was ergo zu bedeuten hat:
das war‘n vielleicht 5 Minusgrad‘!
Fürn Gschiel bedeutet‘s in dem Falle
die Bildung vieler Eiskristalle....

Die Frau im Hause, die macht Licht,
doch unser Gschiel, der sieht das nicht.
Er sitzt im Faß ganz starr und stumm,
und Schnee fällt langsam rundherum.

Weil Gschiel im Rausche still verharrt,
passiert es schnell, daß er erstarrt.
Am Morsen, welcher diesmal grau,
erscheint mit frischer Milch die Frau.

Von drinnen kommt Frau Gschiel mit Topf
„Da sitzt er ja, mein armer Tropf!“
Sie sagt zum Mann, zum frisch Erstarrten:
„Was mußt du auch im Garten warten!?“

Dann ist sie kurz im Schmerz versunken
und seufzt: „Jetzt hat er ausgetrunken!“
Zur Milchfrau meint sie aber bitter:
„Ab morg’n bringst nur ein’ Viertelliter!“