Dem Pepi sein´ Gfrett mit der Emanzipation

Dem Pepi sein´ Gfrett mit der Emanzipation

Langsam hat der Pepi seine Erlebnisse mit dem lieben Gott vergessen, weil er nicht mehr daran gedacht hat. Aber weil der Pepi wegen dem Mariaspielen nachweislich einen heterosexuellen Schaden davongetragen hat, hat er sehr lange gebraucht, bis er angefangen hat, seinen Schock von damals aufzuarbeiten, damit der endlich aufhört.

Und beim vorsichtigen Aufarbeiten ist er ganz langsam von selber draufgekommen, daß es

1.      das andere Geschlecht wirklich gibt und

2.    daß dort schon ein paar ganz nette Exemplare dabei sind.

Und weil der Pepi zufälligerweise grad mit dem Erwachsenwerden zu tun gehabt hat, hat er gespürt, daß immer dann, wenn so ein netteres Exemplar bei ihm vorbeigegangen ist, bei ihm umgehend so ein eigenartiges Verlangen aufgekommen ist, daß er sogar seufzen hat müssen. Und wie er gemerkt hat, daß er sogar seufzen hat müssen, wenn was Blondes vorbeigegangen ist, hat er gewußt, daß dabei sein Schock nachlaßt. Naja, und so hat er sich fürs andere Geschlecht zu interessieren angefangen, obwohl er das eigentlich gar nicht wollen hat.

Zu der Zeit ist aber auch die Emanzipation aufgekommen. Die war aber dem Pepi komplett, also völlig unbekannt, weil sie nämlich noch so neu war, daß keiner gewußt hat, was die Emanzipation überhaupt ist! Nicht einmal schreiben hat er „Emanzipation“ können! Fragen hat er natürlich auch nicht wirklich wollen, weil sonst hätten die anderen gewußt, daß er´s nicht weiß. Und das hat er auch wieder nicht wollen.  

Die einzigen, die gwußt haben, was Emanzipation ist, waren  ein paar eingeweihte Frauen! Und deshalb hat der Pepi auch keine Chance ghabt, daß er draufgekommt. Nur -  wenn der Pepi damals gewußt hätt´, was die Emanzipation wirklich ist und was die noch alles anrichten wird, dann hätt´ er das sicher gar nicht wissen wollen! 

Aber weil er halt so überhaupt keine Ahnung nicht gehabt hat, hat er sich gedacht: „E-mann-zipation, das klingt ja super! Das ist was für mich! Die wird mir sicher bei meiner sexuellen Störung helfen!“ 

Aber da hat sich der Pepi getäuscht! Die paar Frauen, die eingeweiht waren, die haben nämlich immer mehr Zulauf gekriegt. Und komischerweise sind dort fast immer nur solche zugelaufen, bei denen man nicht genau gwußt hat, ob das Frauen sind oder nicht, weil die meistens haben so ausgschaut, daß die Männer oft raten haben müssen: ist das jetzt ein Mandl oder eventuell doch ein Weibl? Dabei haben die fast nix mit einem Weiberl zu tun ghabt, weder nach dem Ausschaun, dem Anziehen, und schon gar nicht, wie sie geredet haben. 

Deshalb hat es sich bei den Männern bald herumgesprochen, daß die meisten von denen nicht einmal mehr für eine Nacht ein ordentliches Standing zusammenbringen! Offenbar hat das gestimmt, weil die haben immer so verhärmt dreingeschaut, weil sie auf einmal überhaupt keine „Standing ovations“ mehr gehabt haben! Und als Mann hat man sowieso das Gefühl gehabt, daß sich etliche von den Emanzen bald selber nicht mehr mögen haben.  

Aber weil das die Frauen auch wieder gewurmt hat, daß die Männer immer öfter raten haben müssen, „Ist das jetzt ein Mandl oder doch ein Weibl?“ Dabei haben die meisten Frauen natürlich gewußt, daß sie noch Frauen sind. Aber sie habens nicht mehr weitergsagt und haben sich nur als Männer verkleidet. Da war nix mehr Hübsches dabei, nicht, wo man als Mann zum Träumen hätt´ kommen können! Ein Schleiferl da vielleicht, oder ein paar Rüscherln dort! Accessoires, die neugierig machen, etwas Farbiges, was Buntes, das irgendwo herausblitzt, etwas, wo man als Mann zum Träumen hätt´ kommen können! Nein, sie haben einfach alles einfach hängen lassen!  Und alle ihre bunten Kleiderln habens aus ihrem Kasten geschmissen und haben plötzlich nur mehr grausliche Sachen getragen: schwarze, dunkle Farben; militärgrüne Ploderhosen; ausgewaschene T-Shirts und XXXL – Pullover! Jeans, die vom Nachschleifen am Boden naß und abgwetzt waren! Manche waren sogar zerrissen! Auf einmal haben sie ausgschaut wie die Sandler! Und manche haben sogar so grauenhafte Inkontinenzhosen anghabt, wo der Schritt irgendwo bei den Knien angfangen haben! Und am meisten haben das ausgerechnet mehr die Bladeren von denen getragen! Und dort habens auch noch die furchtbaren „Schnürlkracher“ herausschaun lassn! …  Pfui Teifl!   

„Das wär jetzt modern!“, haben sie gsagt! Dabei haben sie ausgschaut wie Flintenweiber! Nicht zum Anschaun! 

Und weil die eingeweihten Frauen ziemlich schnell gemerkt haben, daß sich die Männer auf einmal so komisch verhalten! Und da haben sie gspürt, daß irgendwas nicht stimmt! Und weil sie gleich wieder vermutet haben, daß die Männer damit sicher wieder was zum Unterdrücken vorbereiten, waren sie zur Sicherheit einmal sofort eingeschnappt. 

 Nicht einmal das hat sie beruhigt, wie sie bemerkt haben, daß ein paar depperte Männer die Inkontinenzmode übernommen haben! Nur wenn die dann auch noch ihre grauslichen Doppelripp – Untergaddies herausschaun haben lassen, dann war das noch schiercher zum Anschaun als die weiblichen „Schnürlkracher“!

Also haben sich die Emanzen zur Krisensitzung in ihr Hauptquartier bei ihrem Friseur zurückzogen und haben über Nacht plötzlich verlangt, daß alles, was weiblich ist oder einmal weiblich sein könnt´, und alles, was nur im Entferntesten an einen Mann erinnert, weiblich werden muß! 

Ja, und so haben sie sich halt auf die Sprache gestürzt und haben in einer „Horuck- Aktion“ alle Wörter geschlechterspezifisch und vor allem gendermäßig „behandelt“: 

Aus den gemeinsamen „Kollegen“ sind auf einmal die separierten „Kollegen und Kolleginnen“ entstanden, aus „Mitarbeitern“ haben sie „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ gemacht. Alles haben sie getrennt, nichts hat mehr zusammengehört! Die Männer haben überhaupt nicht mehr reagiert! Ihnen ist das wie ein geschlechterspezifischer Apartheid vorgekommen! Es hat überall von „und – innen“ nur so gewimmelt! 

Einige waren sogar so radikal, daß sie noch weiter gegangen sind: sie haben sich durch nichts zurückhalten lassen und haben doch tatsächlich aus „Frauen“ „Frauinnen“ und aus „Mädchen“ „Mädchinnen“ haben machen wollen!

Aus „Burschen“ sind „Burschinnen“ geworden und wie sie aus „Herren“ „Herrinnen“ gemacht haben, haben alle vor lauter Freud gejubelt! 

Aber irgendwann ist ihnen dann doch aufgefallen, daß sie geschlechtermäßig plötzlich alles doppelt schreiben haben müssen. Das hat die Frauen wieder angezipft, weil das Gendern für sie kein Vorteil mehr gewesen ist. Sie haben das nämlich hauptsächlich nur deswegen erfunden, damit sie den Männern eines auswischen haben können. Sie haben sich ja eigentlich ursprünglich deshalb aufgeregt, daß wenns „Liebe Kollegen!“ oder „Liebe Mitarbeiter“ geheißen hat, daß da die armen Frauen nicht gemeint sind! Daß sie ausgeschlossen sind, daß die bösen Männer ihnen damit immer absichtlich was antun haben wolln! Ja, daß die Männer sie immer nur unterdrücken haben wollen!!! 

Dabei war es damals sowieso völlig klar, daß bei „Liebe Mitarbeiter!“ immer alle gemeint waren. Keinem Mann wär´ je eingefallen, daran auch nur zu denken, daß bei „Liebe Mitarbeiter“ die Frauen nicht dazugehören! 

Aber weil das Umgendern nun einmal schon in Fahrt war, wars auch nicht mehr zum Aufhalten! Die Frauen haben selber alles viel länger schreiben müssen! Aber trotz Durchhalteparolen aus dem Emanzen – Hauptquartier haben sich einige doch furchtbar zu wurmen angefangen! Aber sie  habens ja selber haben wolln, und deshalb haben sie auch ihre Suppe auslöffeln müssen, die sie sich selber eingebrockt haben! Aber bald wars ihnen nicht recht und sie haben wie mit dem Motschgern angefangen.  

Drauf haben sie sich wieder zusammengesetzt und haben gegrübelt und gegrübelt. Aber es ist ihnen nix Gscheites eingefallen.  Und wie ihnen das Grübeln zu lange gedauert hat, weil einige ihren Friseurtermin verpaßt haben, damit sie ihre neuen Frisuren bekommen haben, wo man nicht gewusst hat, ob sie drangekommen sind oder nicht, ist irgendwann eine aufgestanden und hat gesagt: „Liebe Emanzen und Emanzinnen! Was ist, wenn wir die Wörter einfach zusammhängen?“ Aus Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen“ machen wir einfach  „MitarbeiterInnen“! Und das „i“,

unser „i“ am Schluß schreiben wir groß, damit die Männer ja wissen, daß wir gemeint sind! Da haben dann gleich alle mit dem Grübeln aufgehört und nur mehr „Hurra!“ geschrien. 

Ja, und so ist das unsägliche „ I - Zipfelsyndrom“ entstanden. 

Wie die Männer das erfahren haben, haben sie sich zuerst gefreut, weil sie sofort gesehen haben, daß sie weniger schreiben und vor allem reden haben müssen. Aber dann ist ihnen doch ganz schnell aufgefallen, daß das mit den „MitarbeiterInnen“ irgendwie ganz blöd klingt! Und dann ist ihnen aufgefallen, daß sie auf einmal geschlechtlich überhaupt gar nicht mehr vorkommen. Weder bei „ÄrztInnen“, und schon gar nicht bei „FriseurInnen“, auch wenn bei den letzteren bekanntermaßen einige ohnehin ziemlich wärmeln. 

Dem Pepi ist das natürlich auch bald aufgefallen. Aber er wollt unbedingt von seinem Schock wegkommen. Er wollt nämlich nicht nur immer seufzen, er wollt auch einmal der Gefahr ins Auge…, pardon, einer ins Auge schaun! Deswegen hat er probiert, daß er draufkommt, wie das ist, wenn man einer schöne Augen macht. Weil, wie soll er wissen, wie das ist, wenn man einer schöne Augen macht, wenn ers gar nicht probiert hat, wie das ist. Und außerdem kann ers dann womöglich gar nicht, das „schöne Augenmachen“, wenn er einmal eine trifft, der er wirklich schöne Augen machen will! 

Und so hat er bei einer ganz vorsichtig das Probieren probiert. Aber irgendwas muß der Pepi dabei falsch gemacht haben, weil die ihm nämlich ohne Vorwarnung gleich eine aufgelegt hat! „Von dir laß ich mich nicht sexuell belästigen“, hat sie noch gschrien. Das war zu der Zeit, wo die Fraun Tag und Nacht wegen der sexuellen Belästigung unterwegs waren. 

Da hat der Pepi gwußt, daß die Emannzipation doch nix für ihn ist.  

Außerdem hat er gmerkt, daß er nicht einmal mehr zum Seufzen kommt, wenn ihm was Blondes entgegenkommt. Da ist er ganz still worden, der Pepi. Und da hat er gewußt, daß auch sein ganzer Schock wieder da ist.